Radio Darmstadt ist ein nichtkommerzielles Lokalradio. Sein Trägerverein wurde 1994 gegründet, um eine Alternative und Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privaten kommerziellen Hörfunksendern aufzubauen. Menschen und Nachrichten, die im ansonsten durchformatierten Sendebetrieb keine Chance auf Öffentlichkeit besaßen, sollten hier ihren Platz finden. Dies galt für politische Fragen, lokale Themen und musikalische Nischen. Ende 1996 erhielt der Verein für ein derartiges Programm die Sendelizenz. Zehn Jahre später läßt sich die Tendenz beschreiben, daß (lokal)politische Themen immer weniger Platz im Darmstädter Lokalradio finden, während die Musikberieselung zunimmt. Zu diesem Wandel gehört, daß Fragen der Außendarstellung ein wesentlich größeres Gewicht erhalten als das Verbreiten journalistisch abgesicherter Tatsachen. Wer diese neue journalistische Ethik nicht mitträgt, wird aus dem Verein und dem Radio hinausgedrängt. [mehr]
Diese Dokumentation geht auf die Vorgänge seit April 2006 ein. Hierbei werden nicht nur die Qualität des Programms thematisiert, sondern auch die Hintergründe und Abläufe des Wandels vom alternativen Massenmedium zum imageorientierten Berieselungsprogramm dargestellt. Der Autor dieser Dokumentation hat von Juni 1997 bis Januar 2007 bei Radio Darmstadt gesendet, bis ihn ein aus dieser Umbruchssituation zu verstehendes binnenpolitisch motiviertes Sendeverbot ereilte. Als Schatzmeister [1999 bis 2001], Vorstand für Studio und Technik [2002 bis 2004] und Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit [2004 bis 2006] kennt er die Interna wie kaum ein anderer. [mehr]
In der Dokumentation werden die Namen handelnder Personen aufgeführt. Damit werden Argumentationsstränge leichter nachvollziehbarer gemacht und Verantwortliche benannt. Zur Klarstellung: Eine Diffamierung einzelner Personen ist hiermit nicht beabsichtigt. [mehr]
Auf dieser Seite werden die Vorkommnisse des Monats August 2007 dokumentiert.
Im August sind nicht nur viele Sendende im Urlaub, es fällt offensichtlich auch schwerer, eigene Inhalte zu recherchieren. Insbesondere die Radiowecker am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zeichnen sich durch das ungehemmte Ablesen von Inhalten aus dem Internet ab. Hier rächt es sich, daß beide Sendestudios seit einem Jahr eine direkte Internetanbindung haben. Wenn mir nichts mehr einfällt, klicke ich einfach ein bißchen herum und erzähle über Dinge, die die Welt nicht braucht. Im Grunde genommen könnten wir den Sender dann auch schließen und eine automatische Sprachsoftware aus der Wikipedia vorlesen lassen. Dieses Verhaltensmuster ist jedoch nicht auf die drei Radiowecker beschränkt. Hinzu kommt, daß der frisch "recherchierte" Text nicht verstanden wurde und deshalb mit mancherlei fehlerhaften Angaben zum Besten gegeben wird. Schlimm ist es, wenn auch noch zwei Vorstandsmitglieder involviert sind, die zudem vorrangig die interne Aus– und Weiterbildung durchführen.
Mittwoch, 1. August 2007
Mittwoch, 1. August 2007
Mittwoch, 1. August 2007
Hausbesitzer droht mit Kündigung
Eine erneute Beschwerde eines Mieters im Gebäude, in dem Radio Darmstadt im Erdgeschoß residiert, führt zu einem blauen Brief des zurecht erzürnten Hausbesitzers. Am vergangenen Freitag befand ein im Haus ansässiger Steuerberater, daß ihn der Lärm aus dem Sendestudio in der Konzentration in Hinsicht auf seine berufliche Tätigkeit störe. Bei offenem Fenster wurde furchtbar laut (Eigenwerbung des Senders [mp3]) die morgendliche Musikberieselung namens Radiowecker gespielt (oder wohl eher: gedröhnt). Darauf angesprochen, soll der Unterhaltungsredakteur gesagt haben, der Steuerberater ginge ihm auf den Sack. Das ist ganz offensichtlich der neue imagefördernde Umgangsstil des Senders.
Donnerstag, 2. August 2007
Nacht Donnerstag auf Freitag, 2./3. August 2007
Freitag, 3. August 2007
Seelen fischen in Rüsselsheim
Evangelikale Mission betreibt José Montas seit heute auch auf der Frequenz von Radio Rüsselsheim. Dort scheint man und frau ähnlich unkritisch gegenüber dieser im allgemeinen spanischsprachigen Sendung zu sein.
Nacht Freitag auf Samstag, 3./4. August 2007
Nächtliches Zocken
Während auf dem Sender die Friday Night Radio Party bis um 3.00 Uhr nachts mit viel Musik läuft, scheint es zumindest einer anwesenden Person sehr langweilig geworden zu sein. Sie ruft nach dem Download das Installationsprogramm für das Programm Poker Stars auf, um sich ein bißchen die Zeit zu vertreiben.
Anfang August 2007
Von Fischen und Kabeln
Das Interessante an neben stehendem Bild sind nicht die Fische auf dem Desktop des Monitors im Sendestudio 1, sondern das schwarze Kabel, das links oben befestigt ist. Offensichtlich reicht unseren DJs die Verkabelung des Studios für ihre anspruchsvollen Zwecke nicht aus. Sie legen also ein eigenes Kabel vom DJ–Submixer zwischen den beiden Plattenspielern über den Boden, befestigen es provisorisch am Monitor, bevor es über den Boden weitergeführt wird. Da die Installateure dieses Kabels keine Ahnung von der regulären Verkabelung zwischen Studio und Außenwelt haben, ziehen sie ihr Kabel nicht durch einen der Kabelkanäle, sondern quetschen es unter der Studiotüre zu dem auf dem Flur stehenden Studiorechner. Irgendwoher müssen ja die Beats herkommen, die auf dem Submixer zusammengemischt werden. Kein Wunder, daß bei einer derart professionellen Verkabelung der Sender brummt.
Samstag, 4. August 2007
Kein Flunkyball
Die im Programmflyer groß angekündigte Liveübertragung von der 3. Flunkyball-Weltmeisterschaft findet nicht statt. Der Grund: das Ordnungsamt der Stadt Darmstadt hat das alkoholfreudige Treiben untersagt. Auf dieses Verbot mußte der Verfasser dieser Dokumentation den Trägerverein und dessen Lokalradio hinweisen. Jugenddezernent Jochen Partsch [3] hatte sehr richtig erkannt, daß hier Jugendliche zum exzessiven Alkoholkonsum animiert werden. Sponsoren dieser Veranstaltung waren laut inzwischen abgeschalteter Webseite www.flunkyball.de unter anderem eine Pfungstädter Brauerei und – Radio Darmstadt.
Bei Flunkyball geht es, vereinfacht gesagt darum, mit einem Stock Bierdosen umzuwerfen. Während das gegnerische Team die Bierdosen wieder aufstellt, muß der Inhalt einer Flasche Bier schnellstmöglich heruntergekippt werden. Das Team, das seine Flaschen zuerst geleert hat, hat gewonnen. Und so geht das Runde um Runde bis ins Finale.
Bemerkenswert sind die Reaktionen aus dem Sendehaus zu diesem Verbot. Christian K. berichtet am Dienstagmorgen vor dem für heute angesetzten Event in seinem Radiowecker vom Verbot, ohne dessen Gründe zu kennen und zu benennen. Meinem Anrufbeantworter teilt er mit, es gehe doch nur um eine Halbliterflasche Bier pro Spiel, und das sei doch nicht so schlimm. Er vergaß dabei, daß es nicht bei einem Spiel bleibt. Am Morgen darauf wissen Susanne Schuckmann, Peter Fritscher und Silke W. im Radiowecker schon etwas mehr – und sie sind sich in der Bewertung nicht einig. Eigentlich nur noch komisch ist das Statement von Michael S. im freitäglichen KultTourKalender zu nennen [mehr]. Unter der Rubrik Tips zum Wochenende bezieht er sich auf Partschs Pressemitteilung, die er sehr eigenwillig vorträgt. Zudem behauptet er – hat er etwa Fritschers Sprachbaustein vom Mittwoch übernommen? – der Sender habe kritisch sechs Stunden lang in der Liveübertragung über das Saufen berichten wollen. Wer's glaubt …
Sonntag, 5. August 2007
Predigen, bellen, hitparadieren
Das heutige Programm ist von einer erlesenen Eintönigkeit. Von Mitternacht bis um 9.00 Uhr hören wir die (fast) immergleichen elektronischen Beats, danach zwei Stunden türkische Musik, drei Stunden italienisches Magazin, sowie eine Hundesendung. Ab 15.00 Uhr darf José Montas auf Spanisch nach unseren Seelen fischen, ehe anstelle des Sportplatzes die Wiederholung eines weiteren Hundemagazins zu hören ist. Dann kommen zwei Stunden lokale Hitparade, gefolgt von gefilterter Kopfhörermusik.
Aktuell ist und bleibt wie immer die sendereigene Webseite. Nicht nur, daß als aktuelles Programm noch immer das vom Juli angezeigt wird, nein, die Seite zur Darmstadt Hitparade zeigt uns sogar noch die gewiß aktuellen Notierungen der Juniausgabe. Offensichtlich mag keine und niemand diese peinlich langweilige und unaktuelle Seite einmal aufpolieren.
Montag, 6. August 2007
Gut abgelagert
Da seit der Abschaffung der Chefinnen und Chefs vom Dienst Ende Februar 2007 sich keine und niemand mehr für die eingehenden Pressefaxe zuständig fühlt, werden die redaktionell nicht bearbeiteten Informationen fein säuberlich auf einem großen Papierstapel aufgeschichtet. Neben stehendes Foto zeigt den Zustand dieses Papierberges am heutigen Vormittag. Man oder frau könnte das Faxgerät auch abschalten; den Unterschied würde keine und niemand im Sendehaus bemerken. Markus Lang als Chefökologe des Vereins sollte hier vielleicht einfach einmal den Stecker ziehen.
Montag, 6. August 2007
Übertaktet
Manchen geht die redaktionelle Arbeit nicht schnell genug. Sie übertakten das Computersystem, um schneller an ihre geliebten Musikdateien zu gelangen. Ganz sicher steht hier nicht die Aufarbeitung eingehender redaktioneller E–Mails im Vordergrund, wie ein Aufruf des Mail Clients immer wieder eindrucksvoll demonstriert. Das übertaktete System generiert jedoch eine Fehlermeldung, gefolgt von der Anweisung, entweder die Taste F1 oder F2 zu betätigen. Beides erfordert die Kenntnis des Bootpassworts. Also liegt der Rechner lahm. Wir können also festhalten: weder Pressefaxe noch Redaktions-Emails finden Beachtung. Kein Wunder, daß der Sender seine Informationen aus dem Internet vorlesen muß.
Montag, 6. August 2007
Mono–Loge
Im aktuellen Programmflyer, der nach dem Credo des Kulturredakteurs Gerhard Schönberger immer stimmt, wird für 18.00 Uhr für den ersten Teil eines zweiteiligen Gesprächs mit Reinhold Messner geworben. Diese ausgewählte Sendung findet jedoch nicht auf diese Weise statt. Zwar kommt Messner kurz in einer Vorstellung eines Hörbuchs zu Wort, doch der überwiegenden Teil der Sendung besteht aus einem Reisebericht eines Darmstädters über Taiwan, eine Konserve aus dem Juli 2000.
Die folgenden beiden Stunden zeugen von der Peinlichkeit eines Senders, der nicht weiß, was er tut. Es handelt sich um zwei Aufzeichungen vom 23. April 2007. Beide Aufzeichungen wurden unserer auf PC abgespeicherten Sendedokumentation entnommen und zeichnen sich dadurch aus, daß sie a) nur als Mono–MP3-Files vorliegen, die zudem b) mit wunderschönen 50 Hertz brummen. Hervorzuheben ist, daß es sich bei der ersten Stunde um eine Aufzeichung handelt, die selbst schon wieder eine Konserve beinhaltet, nämlich die Impuls für X-Ausgabe vom 19. April 2007. In dieser Ausgabe wurde das Ende Juli von der Stadt Darmstadt verbotene Saufevent namens Flunkyball-Weltmeisterschaft beworben, das am vergangenen Samstag hätte stattfinden sollen.
Dienstag, 7. August 2007
Vor und nach Mohnrot
Unterhaltungsredakteur Christian K. beendet seinen heutigen Radiowecker mit einer Vorschau auf das heutige Radioprogramm. Um 8.00 Uhr soll demnach die Wiederholung der gestrigen Nachmittagssendung Gegen das Vergessen zu hören sein, gefolgt von zwei Livestunden Mohnrot, einer Sendung der gleichnamigen Altenredaktion. Anschließend sieht der Programmflyer die Wiederholung der gestrigen Kulturredaktionssendung vor. So verkündet es auch Christian K. Diese Lösung ist jedoch technisch nicht möglich, weil nur der komplette Sechs-Stunden-Wiederholungsblock gestoppt oder gestartet werden kann. Ein Hereinschalten in eine bestimmte Sendung ist in diesem inflexiblen Schema hingegen nicht vorgesehen. Um dieses Problem zu umgehen, hat Christian K. eine Art workaround ersonnen, der darin besteht, noch während der laufenden Livesendung die Wiederholung im Hintergrund so neu zu starten, daß zu Ende der Livesendung programmgerecht mit der im Programmflyer ausgedruckten Wiederholungssendung fortgefahren werden kann. Dies erfordert ein gewisses Maß an Mitdenken und Konzentration. Der Techniker der heutigen Mohnrot-Sendung heißt Christian K. Weshalb hören wir dann um 11.00 Uhr den erneuten Start des Wiederholungsblocks mit Gegen das Vergessen?
Dienstag, 7. August 2007
Give me just five minutes
Mangels abgeschafften Chefs vom Dienst beginnt die einzulegende Sendung Restrisiko erst um 17.05 Uhr mit fünf Minuten Verspätung. Diese fünf Minuten werden durch die ersten fünf Minuten der erneuten Wiederholung der gestrigen Ausgabe von Gegen das Vergessen überbrückt. Folglich beginnt Markus Lang seine Sendung Knackpunkt auch erst fünf Minuten später um 18.05 Uhr. Obwohl er Pressesprecher der Greenpeace-Gruppe Darmstadt ist, mimt er den interessierten Moderator, während die Mitstreitenden seiner Greenpeace-Gruppe den Ökostrom bewerben. Markus Lang als Vorstand des Trägervereins von Radio Darmstadt hat es immer noch nicht geschafft, selbst die einfachsten Vorschläge des Energieberaters Werner Brinker bei Radio Darmstadt umzusetzen. Um 18.36 Uhr hören wir statt dessen den wundersamen radioeigenen Werbetrailer mit der falschen Kabelfrequenz. [mp3]
In der Wiederholung dieses Programms gegen 23.10 Uhr, 05.10 Uhr, 08.00 Uhr und 14.00 Uhr werden wir also mit den verschobenen fünf Minuten beglückt werden, ohne daß uns eine freundliche Stimme verrät, weshalb die informative Ausgabe von Gegen das Vergessen nach diesen fünf Minuten brutal abgewürgt wird.
Dienstag, 7. August 2007
Mittwoch, 8. August 2007
Samstag, 11. August 2007Samstag, 11. August 2007
Neue Störgeräusche
Die zweite Wiederholung unseres Vorabendprogramms beginnt heute um 9.08 Uhr. Dreieinhalb Stunden später wird das Abspielen urplötzlich erheblich verlangsamt [mp3]. Um 12.49 Uhr blenden wir auf einmal in eine Nachrichten– oder Politmagazinsendung eines anderen Senders, wahrscheinlich Deutschlandfunk, ein. Fünf Minuten später kommen ein paar Beats dazu, die überleiten zu einem undefinierbaren Mainstreampop. Gegen 12.58 Uhr hören wir den Beginn der gestrigen Jadran-Sendung, bis drei Minuten später wieder die Beats zugeschaltet werden, die um 14.44 Uhr abrupt enden. Dann nichtet zehn Minuten lang das Nichts, um einen Ausspruch von Christian K. wiederzugeben, bevor um 14.54 Uhr mitten in die Wiederholung der gestrigen Sendung mit Geschichten aus der DDR eingeblendet wird. Sechs Minuten später hat die Qual ein Ende, weil dann Elik P. mit seinem polnischen Magazin Bigos ohne Sendelöcher oder Langsamkeitsschleifen beginnt.
Samstag, 11. August 2007
Internetvorlesung
Johannes L. und Christopher K. sind heute für die zweistündige Ausgabe der Power für dein Radio (Eigenwerbung YoungPOWER) verantwortlich. Ihren redaktionellen Gehalt ziehen sie weitestgehend aus dem Internet, ohne die Quelle ihrer Weisheit zu verraten. Sie lesen zwar nicht komplette Artikel ab, doch ab und an Teile daraus, oder sie umschreiben den Inhalt mit launigen Worten. Ihre Welt ist die der Stars. Unklar ist mir, ob sie selbst darauf abfahren, ob sie meinen, das gehöre zu einer jugendlichen Radiosendung dazu, oder ob sie davon ausgehen, daß ihr Publikum scharf auf Inhalte ist, die es ohnehin in jedem beliebigen Boulevardmagazin als neuesten hype untergejubelt bekommt. Heute erfahren wir beispielsweise [4],
Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, weshalb wir einen bunten Mix beliebiger Meldungen serviert bekommen, deren einzige Gemeinsamkeit darin besteht, daß ihre Halbwertszeit schon abgelaufen ist.
Zum Agenturbeitrag: Der Programmrat hatte am 9. Oktober 2006 beschlossen, daß grundsätzlich keine Agenturbeiträge mehr gespielt werden dürfen. Offensichtlich erschien ihm die Gefahr zu groß, daß hiermit Werbung für den Auftraggeber des Agenturbeitrags verbunden ist. Der heutige Agenturbeitrag enthält einen Abmoderationsvorschlag, den unsere beiden Moderatoren insoweit übernehmen, als sie auf eine zum Beitrag gehörende Webseite des Pharmakonzerns Pfizer verweisen. Hier ist in der Tat zu erwägen, ob es sich um eine sehr subtile Form der Werbung handelt.
Samstag, 11. August 2007
Sonntag, 12. August 2007
Sonntag, 12. August 2007
Sonntag, 12. August 2007
Von Löchern und Schleifen, Teil 2
Die vom Unterhaltungsredakteur eingelegte CD erklärt das nachfolgende Phänomen eigentlich nicht, denn die CD–Player sind nicht in den Repeat-Modus eingestellt. Es folgt nämlich derselbe Dreierblock Musik dreimal hintereinander (sozusagen dreimal drei Hits am Stück), jeweils unterbrochen von einem zehn– bis zwanzigsekündigen Sendeloch. Diese drei Hits bleiben gewiß für immer in den Ohren unserer Hörerinnen und Hörer stecken, die sich so langsam fragen dürften, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben. Dann steigen wir um 15.41 Uhr unvermittelt mitten in die gestrige Ausgabe von YoungPOWER ein und hören bis 17.00 Uhr noch einmal die Frechheiten des Vorabends.
Das von Radio F.R.E.I. aus Erfurt übernommene Raumfahrtjournal wird gegen 17.54 Uhr durch ein halbminütiges Sendeloch unterbrochen. Vermutlich hat ein Sportredakteur bei der Übernahme des Sendesignals aus Studio 2 vergessen, den zugehörigen Regler hochzuziehen.
Die RadaR Medialine endet aufgrund eines Denkfehlers des die Sendung einlegenden Verfassers dieser Dokumentation (Schande über mich!) vorzeitig um 20.57 Uhr, doch ist Musikredakteur Clemens B. zwar im Studio, aber hat das Sendegeschehen nicht ganz im Griff. Das ist, wie er sagt, ihm selbst fruchtbar peinlich. Acht Minuten lang hören wir deshalb eine interessante Mischung aus Brummschleife und Computerlüfter, ehe der Kopfhörer die Musik filtert [7]. Damit nicht genug. Nach den Nachrichten des Deutschlandfunks hören wir erst einmal siebzig Sekunden nichts, ehe die Wiederholung des Abendprogramms anläuft. Gesamtzeit all dieser Sendelöcher: knapp vierzehn Minuten, ohne daß die Sendeloch-Erkennung eingreift. (Interessanterweise bemerkt diese Detektion in der nächtlichen Wiederholung das achtminütige Sendeloch!)
Die Erwachsenenmusik mit dem Taucher, ab 23.00 Uhr als open end im Programmflyer angekündigt, fällt aus.
Montag, 13. August 2007
Montag, 13. August 2007
Brumm brumm
Auf der Programmratssitzung wird Benjamin Gürkan auch auf das Brummen des Senders angesprochen. Als Vorstand für Studio und Technik ist er mitverantwortlich dafür, daß seit mindestens einem halben Jahr der Sender eine Brummschleife mit 50 Hertz ausstrahlt. Ihm ist das Problem bekannt und er vermutet einen Zusammenhang mit dem Einbau der Sendeloch-Erkennung im Februar oder März 2007. Gürkan macht aber keine Anstalten, dieses ihm bekannte Störgeräusch bald zu beseitigen. Wir müssen hier leider festhalten, daß es keinen Sender in Deutschland gibt, der auch nur eine Woche lang ein derartiges Brummen auf dem Sender tolerieren würde, geschweige ein halbes Jahr. Aber bei Radio Darmstadt sind nicht nur die moderativen und programmlichen Standards verloren gegangen, sondern auch die technischen. Inkompetenz, Murks und Führungsschwäche prägen den Verein seit September 2006.
Dienstag, 14. August 2007
Geschichtsunterricht
Im heutigen frühmorgendlichen Kalenderblatt verkündet Unterhaltungsredakteur Christian K., daß die CDU mit Konrad Adenauer 1949 den ersten Bundestag (sic!) stellte. Radiowecker Hören bildet, denn heute ist ohnehin Kalenderblatt-Tag. Wir erfahren etwas über den ersten ausgestellten Führerschein und das Geiseldrama von Gladbeck 1988. Allerdings ist unser Moderator hier etwas durcheinander geraten. Da er auch donnerstags seinen Radiowecker sendet, hat er schon einmal das Kalenderblatt vom Donnerstag vorgetragen. Um die Verwirrung komplett zu machen, sagt er uns um 6.53 Uhr, es sei sechs Uhr dreiunddreißig. Kurz vor halb acht wird das heutige vierte Kalendertblatt zur Lockerung der Apartheid in Südafrika 1989 fast schon wieder abgelesen. Da der Redakteur den Eindruck vermeiden möchte, er liest ab, verheddert er sich bei der versuchsweisen Umformulierung [mp3]. Er war am Vorabend auf der Programmratssitzung anwesend, auf der ich noch einmal eindringlich darauf hinwies, daß das Vorlesen aus dem Internet auf diese Weise nicht gestattet ist.
Mittwoch, 15. August 2007
Rechnen lernen
Heute ist wieder unser Dream Team mit dem Radiowecker zu hören. Offensichtlich hat es sich herumgesprochen, daß Internetvorlesungen nicht dem geltenden Presserecht entsprechen. Was macht also Koray E.? Er liest den Text vor, indem er die Satzkonstruktion verändert. Offensichtlich hat er nicht verstanden, daß es nicht ums Vorlesen geht, sondern um die unbesehene Übernahme fremden geistigen Eigentums. Eigene Recherche findet nicht statt. Vorausgesetzt, nebenstehend abgebildeter Screenshot ist die Quelle der Weisheit, dann darf auch von einem neuen sendenden Vereinsmitglied erwartet werden, daß er seine Quelle richtig nutzt. Wenn er sagt, die neue Popsternschnuppe Darin sei neunzehn Jahre alt, dann hätte er vielleicht besser genauer nachgeschaut. Auf der von ihm genutzten Webseite steht das Geburtsdatum – und demnach ist Darin jetzt zwanzig! Nicht daß das wichtig wäre. Sternschnuppen kommen und gehen. Aber es belegt den unsauberen Umgang mit Quellen, die nicht einmal angegeben werden. Und die bestens ausgebildete Teamerin Susanne Schuckmann sitzt daneben und schweigt.
Mittwoch, 15. August 2007
Fakten, die die Welt nicht braucht
"Jetzt kommt Silkes kleine Welt." So kündigt Moderatorin Silke W. um 6.19 Uhr die "Fakten, die die Welt nicht braucht" (Koray E.) an. Und sie klaut hemmungslos entweder aus einem Buch, das sie nicht benennt, oder aus einem Auszug aus diesem Buch, das als PDF im Internet zu betrachten ist. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Peinlichkeit ab, denn Silke W. verheddert sich im Fragengestrüpp und gibt eine falsche Auflösung auf die Frage Wird in Rußland einer Geschäftsfrau nicht die Hand gereicht, dann ist das …. Silke sagt, es sei üblich, die Hand zu reichen, obwohl es im Buch anders steht. Aber auch das ist eigentlich nicht wichtig. Und Susanne Schuckmann sitzt daneben und verdreht innerlich die Augen bei so viel gequirltem Unsinn. – Weshalb das Dream Team schon um 7.58 Uhr die noch im Hintergrund laufende Wiederholung wieder zuschaltet und sie dann erst eine Minute später neu startet, versteht es wohl nur selbst.
Samstag, 18. August 2007
Daumen und Flugzeuge
Auch heute beglückt uns das YoungPOWER-Team mit zusammengebastelten Meldungen aus dem Internet. Christian F. und Martin H. labern über einen Mann, der sich seinen Daumen verkleinern ließ, um besser mobil telefonieren zu können [quelle]. Bei der nächsten Meldung wird wenigstens die Quelle verraten: Spiegel Online.
Sonntag, 19. August 2007
Ich will nicht gehört werden
In der heutigen Ausgabe der zweistündigen türkischen Musiksendung Radara Yakalananlar sitzt Moderatorin Hacer Y. im Sprechraum vor dem Stereomikrofon. Obwohl dieses Mikrofon eine hervorragende Klangcharakteristik besitzt, können wir die Moderatorin kaum verstehen. Entweder ist das Mikrofon nicht richtig eingestellt oder sie sitzt meilenweit vom Mikrofon entfernt oder ihre Technikerin hat keine Ahnung, wie sie dieses Mikrofon effektiv auf Sendung zu bringen hat. Das Ergebnis (siehe obiges mit Audacity erstelltes Bild): laute Musik und flüsternde Moderation.
Sonntag, 19. August 2007
Viel italienisch und wenig Melange
Die italienische Sendung Una Domenica Italiana dauert heute fünfeinviertel Stunden. Die für 15.00 Uhr angesetzte Lifestyle Melange beginnt aufgrund der Verspätung ihres Moderators 75 Minuten später. Anschließend läuft die 17.00 Uhr-Sendung aus dem Ruder. Anstelle der angekündigten Augenweide hören wir Chappis Mezzoforte, und auch das mit zehnminütiger Verspätung. Auch die letzte Stunde des Tage beginnt konfus. Nach Ende der eingespielten Nachrichten des Deutschlandfunks hören wir zunächst die ersten zehn Minuten der Wiederholung, die in diesem Fall die letzten zehn Minuten der verspäteten Lifestyle Melange sind. Erst dann beginnt der Taucher mit seiner Erwachsenenmusik, die open end um 3.00 Uhr endet.
Sonntag, 19. August 2007
Montag, 20. August 2007
Der 39. Ausfall des Radioweckers im Jahr 2007
Der heutige Morgen beschert uns den neununddreißigsten Ausfall eines Programms, das von sich behauptet, ein Radiowecker zu sein. Selbstverständlich schreitet der Programmrat nicht ein, wie er dies bei den urlaubsbedingten Ausfällen des Radioweckers im September 2006 getan hatte. Damals entzog er der Radiowecker-Redaktion den Sendeplatz und behauptete damit, das Programm zu sichern. Heute verschläft der Programmrat das Programm, das ihn ohnehin nicht interessiert, und sichert somit den Hörerinnen und Hörern des Senders das Vergnügen, im Regen zu stehen. Von den permanenten Verstößen gegen die Sendelizenz, welche den diesjährigen Radiowecker durchziehen, einmal ganz zu schweigen.
Montag, 20. August 2007
Ich bin wieder da!
Nein, nicht Udo Jürgens. Sondern ein lang vermißter Freund. Der Hänger unseres Sendecomputers [mp3] schaute heute Nachmittag kurz vor halb vier im Sender vorbei und machte seine Aufwartung. Technobeats vom Feinsten. Leider nur fünfeinhalb Minuten.
Montag, 20. August 2007
Die Maus klemmt
Redakteur Michael S. stellt die Band Heat Treatment vor. Da er über keine Informationen verfügt, ruft er im Sendestudio das Internet zu Hilfe. Dies verhilft seiner Moderation nicht gerade zu Scharfsinn. So erzählt er von einer in jüngster Zeit in Dublin aufgenommenen Platte und fügt hinzu, "aber es steht nicht dabei, in welcher Stadt das war". Laß mich raten. Dublin?? Das Beste ist jedoch: "Da klemmt die Maus. Damit ich hier weiterscrollen kann." Danach, so verkündet uns der Moderator, habe ihn auch noch der CD–Player überlistet und für ein einminütiges Sendeloch gesorgt. Erst klemmt die Maus und dann auch noch der CD–Player. Zustände sind das!
Bei manchen Sendungen ist es angeraten, den Computer einzuschalten und eine Suchmaschine bereitzuhalten. Ein paar Stichworte der Moderation eingegeben, können wir alsbald mitlesen, woher der Moderator seine ungeprüften Weisheiten zieht. Heute liest Chappi aus der Wikipedia vor. Offensichtlich war er nicht in der Lage, einen eigenen redaktionellen Beitrag über Ricky Nelson zu erstellen. Aber wozu noch Recherche, wenn der Infopool frei verfügbar vor der eigenen Nase hin– und herscrollt? Fast schon selbstverständlich verstößt Chappi gegen das Urheberrecht und benennt seine Quelle nicht. Vielleicht sollte er sich vor der Benutzung der Wikipedia über die Lizenzbestimmungen informieren. Und weil es so schön einfach ist, liest er zum 14. Blues, Schmus und Apfelmus einen Text von Walter Fuchs zum Internationalen Bühler Bluegrass Festival im Jahr 2004 vor. Dann gibt es eine erneute Wikipedia-Vorlesung, diesmal zu Barney Kessel und dann noch zu Erroll Garner.
Dienstag, 21. August 2007
Verlautbarungsjournalismus
Im heutigen Radiowecker verzichtet Christian K. auf seine geliebten Kalenderblätter, um nicht weiterhin des Diebstahls fremden geistigen Eigentums geziehen zu werden. Statt dessen trägt er zwei Pressemitteilungen vor, die bar jeder journalistischen Distanz sind. Im einen Fall mag dies noch durchgehen, weil eine Pressemitteilung [pdf] der Hessischen Verbraucherzentralen gewiß eine seriöse Quelle darstellt. Anders hingegen verhält es sich, wenn er aus einer Pressemitteilung vorliest, die den Ökostrom eines lokalen Energieversorgungsunternehmens anpreist. Hier ist die Grenze zur im nichtkommerziellen Lokalradio untersagten Werbung eindeutig überschritten.
Dienstag, 21. August 2007
Programmstörungen
Kurz vor 17.00 Uhr muß eine Person unsachgemäß am Mischpult herumgespielt haben. Um 16.53 Uhr wird die Wiederholung von Chappis Stormy Monday unmotiviert unterbrochen, bis nach einer Minute Stille die Sendeloch-Erkennung Musik einspielt. Auch diese Einspielung wird wiederum unterbrochen, so daß erst um 16.56 Uhr wieder das reguläre Programm gesendet wird. Schwierigkeiten ganz anderer Art muß der Moderator von Gospelrock gehabt haben, als er um 23.09 Uhr versuchte, die Wiederholung per PC zu starten. Erst gab es ein Sendeloch, dann wieder christliche Musik, während er hörbar an den Knöpfe des Mischpults herumprobierte. Erst um 23.13 Uhr ging die Wiederholung des Spätnachmittagsprogramms auf Sendung.
Mittwoch, 22. August 2007
Mittwoch, 22. August 2007
Voyager 2
[V1] Es handelt sich nicht um eine Umlaufbahn, sondern um eine Flugbahn. Umlaufen wurde nichts. Voyager 1 kam jedoch nicht aufgrund der verkürzten Flugbahn, sondern aufgrund der höheren Startgeschwindigkeit eher am Jupiter an als Voyager 2.
[V2] Voyager 2 erhielt ihren Namen aus einem anderen Grund. Voyager 1 war die primäre Mission, während Voyager 2 als Reservemission geplant war, falls etwas mit der ersten Raumsonde schief gehen sollte.
[V3] Beide Sonden haben keine Fotos vom Mars geschossen, sondern nur dessen Umlaufbahn um die Sonne gequert.
[V4] Das exakte Datum der geringsten Annäherung war der 25. August 1981. Am 22. August kam Voyager 2 am Saturnmond Iapetus vorbei.
[V5] Die ersten Saturnbilder schoß Voyager 1 am 26. August 1980 und Voyager 2 am 5. Juni 1981.
[V6] Voyager 2 sendet keine Bilder mehr, sondern Partikeldaten.
[V7] Voyager 2 hat vorher schon Bilder vom Jupiter und seinen Monden zur Erde gesandt, und zwar 1979.
[V8] Die Energie ist kaputt. Typischer Fritscher-Slang. Er meint: das Plutonium an Bord geht langsam zur Neige.
[V9] Am 22. August irgendeines nicht näher genannten Jahres haben wir eben nicht die ersten Saturnbilder empfangen.
Ehe Peter Fritscher sich an Kalenderblättern versucht, sollte er erst einmal die Grundlagen einer sorgfältigen Recherche lernen. Zur Mission von Voyager 2 gibt es eine ausgezeichnete Webseite von Bernd Leitenberger.
Mittwoch, 22. August 2007
Silkes kleine Welt
In der heutigen Radiowecker-Rubrik von Silkes kleiner Welt erfahren wir wie in der vergangenen Woche Dinge, die wir nicht benötigen. Die Internetquelle ist schnell gefunden, die Informationen scheinen in der Augustausgabe des Lifestylemagazins Neon zu stehen. Da ich mir einen solchen Unfug nicht antue, habe ich auch keinen Blick in das Blatt geworfen.
Mittwoch, 22. August 2007
Mittwoch, 22. August 2007
… und wird durch die Realität überrollt
Unsere DJs scheren sich nicht um das Klangkonzept des Herrn Gürkan. Wenn sie keine Lust mehr haben weiterzusenden, dann gehen sie eben um 23.00 Uhr nach Hause. Sie können schon nicht einmal mehr die Einspielung der Nachrichten des Deutschlandfunks abwarten, sondern starten schnell noch ihre vorbereitete Sendung Jay Frog in the Mix auf dem Studiorechner und schieben die anschließend zu wiederholenden Sendungen vom Mitschnittserver in die Playlist des Programms Winamp. Für die Dokumentation legt der Mittschnittrechner Monofiles an im Gegensatz zu den Stereofiles, die üblicherweise in der Wiederholung zu hören sind. Deshalb klingt der Sound jetzt auch etwas dumpf und blechern und es fehlt ihm an Transparenz und Brillianz. Der von Benjamin Gürkan zur Anschaffung vorgeschlagene Kompressor/Limiter wird hieran nicht das Geringste ändern. Soziale Probleme lassen sich eben nicht mit Technik lösen. Ganz abgesehen davon, daß auch bei der Stereoaufzeichung der Livesendung per MP3 viel an Brillianz und Transparenz verloren geht, wie ein Vergleich der Audiofiles zeigen würde.
Mittwoch, 22. August 2007
Donnerstag, 23. August 2007
Offizielle Behinderung der redaktionellen Arbeit
Der heutige Abruf der eingegangenen redaktionellen E–Mails zeigt, daß seit dem 8. August insgesamt 617 Nachrichten auf dem Mailserver vor sich hingeschlummert haben. Seit zwei Wochen hat sich keine und niemand für diese redaktionellen Informationen interessiert. Wenig verwunderlich ist es dann, wenn auch der Versand redaktioneller E–Mails nicht funktioniert. Der Versuch, eine solche redaktionelle E–Mail zu versenden, wird mit der Frage beantwortet, wie denn das Passwort für das POP3–Konto des Mailservers lautet. Und wer, außer dem Webmaster, kennt dieses Passwort?
Freitag, 24. August 2007
Samstag, 25. August 2007
Sonntag, 26. August 2007
Flashbacks
Heute Nachmittag können wir noch zweimal den wunderbaren Promotrailer [mp3] des Senders hören, der mit einer Kabelfrequenz hausieren geht, die es seit fast einem Jahr nicht mehr gibt. Originellerweise verkündet er eine neue Art des Radios, was gegen 15.00 Uhr tatsächlich zutrifft. Erst hören wir ein 20–sekündiges Sendeloch und dann diese Eigenwerbung. Nun könntet ihr euch fragen, weshalb dieser Sender es nicht schafft, den entsprechenden Tonträger endlich aus dem Verkehr zu ziehen. Die Antwort lautet schlicht: es geht nicht. Oder zumindest: es könnte gehen, falls die Studiotechnik-Bastelgruppe sich ein Mal ernsthaft mit den Studiogeräten beschäftigen würde. Tut sie aber nicht. Seit dem 22. April (also seit vier Monaten) rückt das MiniDisc-Abspielgerät die eingelegte MiniDisc nicht mehr heraus, so daß dieses Gerät nur noch als Cart Player fungiert. Auf dieser MiniDisc sind die wichtigsten Jingles und Trailer vorhanden, und natürlich auch die inzwischen veraltete Eigenpromotion. Daß sich manche Sendende nicht daran stören, liegt nicht zuletzt daran, daß auch der Aufkleber am Regietisch für die nicht mehr existierende Kabelfrequenz für Groß-Gerau und Weiterstandt noch nicht entsorgt wurde. Die Lösung ist natürlich denkbar einfach: man (oder frau) schraubt das Gerät auf, untersucht die verhakte Mechanik, holt die MiniDisc heraus und löscht den Promotrailer. Aber wer weiß – vielleicht gibt es ja längst eine digitale Kopie auf dem Studiorechner …
Dienstag, 28. August 2007
Die Oberlinie ist bereits verschwunden
Nachdem es am gestrigen Montag zum 42. Mal in diesem Jahr keinen Radiowecker gegeben hat, verkündet Moderator Christian K. in der heutigen Ausgabe, daß das Programm von Radio Darmstadt, "was es in den nächsten Wochen gibt, auch im September", auf unserer Webseite zu finden sei. Da hätte er vielleicht besser einmal nachrecherchiert. Denn auf der Webseite findet sich noch als aktuelles Programm das vom Juli [pdf]. Offensichtlich hat unser Kompetenzteam diese Webseite schon längst aufgegeben.
Zwanzig Minuten später berichtet Christian K. über den Fortschritt der Bauarbeiten in Arheilgen. Die Straßenbahn verkehre zukünftig nicht länger über die Wendeschleife an der Hofgasse, "die Oberlinie ist bereits verschwunden". Meint er vielleicht die Oberleitung?
Mittwoch, 29. August 2007
Donnerstag, 30. August 2007
Gedreht und verlesen
Im heutigen Radiowecker wird der Eindruck des Ablesens der immer noch beliebten Kalenderblätter streng vermieden. Damit keiner und niemandem auffällt, woher Redakteur Christian K. seine Informationen nimmt, kürzt er nicht nur die relevante Information oder stellt den Satzbau um – nein, selbst die Namen müssen dran glauben. So wird aus der ersten Bischöfin der Evangelischen Kirche, Maria Jepsen, eine Frau Jespen. Auch die wenig später verlesene Pressemitteilung der Stadt Darmstadt zur Vollversammlung der Europapreisträgerstädte Mitte September in Passau wird nicht als solche dargestellt. Der Deutsche Presserat hat in seinem Pressekodex klargestellt, daß die Übernahme von Pressemitteilungen gekennzeichnet werden muß, doch diese Organisation ist für den Hörfunk nicht zuständig. Dennoch gebietet das Verantwortungsbewußtsein auch dem ehrenamtlichen Journalismus eine dem Hörfunk angepaßte sinngemäße Umgangsweise. Ob der Programmrat von Radio Darmstadt jemals in der Lage sein wird, dies dem Herrn K. zu vermitteln?
Freitag, 31. August 2007
Aufgehangen
Nachdem schon gestern Nacht um 23.00 Uhr die Nachrichten des Deutschlandfunks entfallen sind, wird Darmstadt am frühen Morgen nicht durch den im laut Kulturredakteur Gerhard S. immer stimmenden Programmflyer angekündigten Radiowecker aufgeweckt. Dies hat Folgen für das Programm. Um 8.00 Uhr wird die Wiederholung des gestrigen Abendprogramms nicht neu gestartet und um 11.25 Uhr hängt sich folgerichtig der Sendecomputer zum 40. Mal hörbar auf [mp3]. Zwar wird dieser Hänger schon nach fünf Minuten abgestellt, aber das Grundgerüst des Vormittags– und Mittagsprogramms gerät nun erst recht aus allen Fugen. Wenn man und frau bedenkt, daß dieses Computerproblem schon seit ziemlich genau einem halben Jahr bekannt ist und daß die Lösung in Form des Einbaus einer neuen Soundkarte ebenfalls schon monatelang auf der Agenda steht, dann kann und muß den hierfür verantwortlichen drei Vorstandsmitgliedern für das Ressort Studio und Technik bestenfalls Inkompetenz unterstellt werden. Manche Verantwortliche bei Radio Darmstadt tun wirklich alles dafür, das vielbeschworene Image des Senders ins Lächerliche zu ziehen.
Freitag, 31. August 2007
Blackout
Ab 14.17 Uhr ist das Sendesignal von Radio Darmstadt drei Stunden lang nicht zu hören. Im Rauschen läßt sich das Signal von RPR1 erkennen. Bei Bauarbeiten am Turm der Hochschule Darmstadt, auf dessen Dach sich der Sendemast von Radio Darmstadt befindet, wurde durch unsachgemäßes Arbeiten das Sendesignal gekappt. Als gegen Viertel nach fünf wieder das Programm von Radio Darmstadt zu hören ist, läuft die Wiederholung der gestrigen Ausgabe des russischen Magazins Prima. Möglicherweise hat eine Person im Sender zunächst an eine Störung des Sendecomputers gedacht (die gab es auch, aber schon um 11.25 Uhr) und gegen 15.04 Uhr das zu wiederholende Programm neu gestartet. Warum dann allerdings nicht ab 17.00 Uhr die Austauschsendung Ich such die DDR zu empfangen ist, weiß wohl nur Ralf D. allein, der sie hätte einlegen sollen.
Freitag, 31. August 2007
Bilanz: Auch im August bessert sich tagsüber die Zuverlässigkeit des Programms nicht wesentlich
Durch diverese technische Eskapaden und mangelnden Einsatz für ein Programm, das sich Radiowecker nennt, ist das morgendlich und mittäglich gesendete Programm von Radio Darmstadt für die Hörerinnen und Hörer zu einer vollkommen undurchschaubaren Angelegenheit geworden. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Einblick in Anspruch und Wirklichkeit im Programm von Radio Darmstadt. Hierbei wird untersucht, ob es einen Radiowecker gab oder nicht und ob das nachfolgende Programm von 8.00 bzw. 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr den Vorgaben entsprochen hat.
| Monat | Programmflyer korrekt? | gesendetes Programm korrekt? | geplante Radiowecker | tatsächliche Radiowecker | Hänger Sendecomputer | Zuverlässigkeit |
| März | an 27 von 31 Tagen | an 22 von 31 Tagen | an 23 Morgen | an 20 Morgen | 6 | 79% |
| April | an 28 von 30 Tagen | an 25 von 30 Tagen | an 22 Morgen | an 20 Morgen | 1 | 88% |
| Mai | an 30 von 31 Tagen | an 19 von 31 Tagen | an 24 Morgen | an 13 Morgen | 10 | 58% |
| Juni | an 28 von 30 Tagen | an 20 von 30 Tagen | an 22 Morgen | an 12 Morgen | 7 | 61% |
| Juli | an 28 von 31 Tagen | an 20 von 31 Tagen | an 23 Morgen | an 13 Morgen | 10 | 55% |
| August | an 27 von 31 Tagen | an 24 von 31 Tagen | an 24 Morgen | an 17 Morgen | 2 | 65% |
Tabelle: Entsprach das Morgen– und Mittagsprogramm von März bis August 2007 den Vorgaben?
Wir können (als Beispiel für den August) hieraus ersehen: Für 27 der 31 Tage des Monats stimmte die Programmvorschau, aber an nur 24 Tagen wurde das vorgesehene Programm auch gesendet. Das lag zum Teil an ausgefallenen Radioweckern, zum Teil an den Hängern des Sendecomputers, mitunter auch an anderen technischen Problemen. Deshalb waren für August zwar 24 morgendliche Radiowecker vorgesehen, aber es wurden nur 17 auch ausgestrahlt. In der Summe bedeutet dies, daß man und frau dreimal pro Woche damit rechnen kann, daß irgendein Programm gesendet wird, nur nicht das, was zu erwarten gewesen wäre.
Freitag, 31. August 2007
Playlist wird noch uninteressanter
Auch der fünfte Monat brachte der Playlist von Radio Darmstadt keinen innovativen Schub. Wir erinnern uns: Seit Anfang April können Hörerinnen und Hörer, sofern sie das Feature auf der Webseite des Senders überhaupt finden, einzelne gehörte Songs gezielt nachschlagen. Radio Darmstadt stellt hierfür mittels einer Playlist eine Auflistung gespielter Songs zur Verfügung. Zwei grundsätzliche Probleme begleiten dieses innovative Feature: erstens wurde es nur für das Liveprogramm programmiert, obwohl durch einen ausgeklügelten Algorithmus auch das Wiederholungsprogramm abgefragt werden könnte. Und zweitens: die meisten Sendenden stellen keinen Song ein, das Feature ist für sie ohne jedes Interesse. Die statistische Auswertung für den Monat August ergibt folgendes niederschmetternde Bild:
Vier (Mai: 7; Juni: 6; Juli: 5) Sendungen haben an fünf (Mai: 15; Juni: 10; Juli: 7) Terminen 116 (Mai: 323; Juni: 134; Juli: 140) Tracks in die Playlist eingegeben. Diese Daten wurden von vier Personen hochgeladen. Der Anteil der in die Playlist eingetragenen Titel ist somit im Vergleich zu den Vormonaten auf weniger als die ohnehin uninteressanten 2% gesunken. Auch hier produziert der Sender wohl weiterhin mehr Schein als Sein.
[1] Dem Genitiv ist das Dativ seine Tode. Peinlich daran ist, daß sich im Januar ein sogenanntes Flyerteam zusammengefunden hat, das nicht weniger als zwei Lektoren in seinen Reihen wußte. Mit dem Lektorat scheint es jedenfalls so bergab zu gehen wie mit dem ganzen Sender. Hat es sich noch nicht bis zu Susanne Schuckmann und Peter Fritscher herumgesprochen, daß Fremdbeiträge sinnigerweise noch einmal auf ihre Rechtschreibschwächen, Syntaxfehler und Satzkonstruktionen abzuklopfen sind? Wird einfach nur noch gedruckt, was angeliefert ist, egal ob es brauchbar ist oder gar stimmt? Kein Wunder, daß in einzelnen Sendungen genauso gehandelt wird, wenn fleißig und zum Teil unverstanden aus dem Internet vorgelesen wird.
[2] Wiedergabe nach dem Höreindruck.
[3] Bemerkenswert, daß auch einem grünen Politiker wie Jochen Partsch nichts Besseres gegen das Alkiunwesen einfällt als ein Verbot. Seltsamerweisen werden alle Kerben und vor allem das Heinerfest nicht verboten, obwohl sich hier noch ganz anders die Kanne gegeben wird; und selbstverständlich auch von Jugendlichen unter 18 Jahren.
[4] Die verlinkten Seiten zu den jeweiligen Themen bieten nur einen Anhaltspunkt, worum es geht; ob ausgerechnet diese Webseite abgekupfert wurde, ist ohne Einblick in das Redaktionsmaterial zur Sendung nicht zu sagen.
[5] Hier liegt jedoch keine Urheberrechtsverletzung vor, weil der Werbebeitrag ja ausdrücklich im Radio gespielt werden soll. Die Frechheit liegt darin, vorzugaukeln, als habe man selbst mit dem Experten gesprochen.
[6] Konsequent beantragt Peter Fritscher zur Programmratssitzung am 13. August 2007 eine Lust-und-Laune-Verlängerung bis 17.00 Uhr. Der Programmrat stellt sich auf den Standpunkt: ent–oder–weder: also entweder einstündig oder zweistündig, aber nicht mal so, mal so.
[7] Die Sonntagssendungen der Musikredaktion laufen unter der Bezeichung "fILTER".
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