Atomkraft und Castor |
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Inhaltsverzeichnis |
| Kapitel 1 : Einleitung |
| Kapitel 2 : Kurzer Prozeß |
| Kapitel 3 : Atomspirale |
| Kapitel 4 : Staatsschutz gegen Nulltarif |
| Kapitel 5 : Die darmstädter CDU ist mit dabei |
| Kapitel 6 : Schluß |
EinleitungDie Sendung beginnt mit einem einleitenden Gespräch zu den Ereignissen rund um Neckarwestheim in den Tagen kurz vor der Sendung am 23. März 1998. |
Kurzer ProzeßWährend die sechs Castor- Ein Atomkraftgegner wurde der gefährlichen Körperverletzung an einem Polizisten angeklagt. Der Richter eröffnete das Verfahren, obwohl ihm bekannt war, daß der Anwalt des Beschuldigten ein paar Räume weiter ein anderes Verfahren zu Ende führte. Obwohl gefährliche Körperverletzung sicher kein einfacher Tatvorwurf ist, blieb der Angeklagte ohne Anwalt. Wegen angeblich eindeutiger Beweislage wurde eine Entlastungszeugin nicht zugelassen, drei weitere Entlastungszeugen vereidigt und anschließend direkt im Gerichtssaal wegen Meineids festgenommen. Zeuge der Anklage war ein weiterer Polizist. Der gefährlich verletzte Polizist selbst konnte gar nichts zum Verfahren beitragen. Dem zum Prozeßende eingetroffenen Anwalt des Beschuldigten blieb gerade noch Zeit, gegen das Urteil, 6 Monate Haft auf Bewährung, Berufung einzulegen. [1] Insgesamt wurden während der Protestaktionen gegen den Castor- |
AtomspiraleMatthias Wörnle zeichnet den Weg der atomaren Müllwirtschaft von der Uranförderung bis hin zur Nichtentsorgung nach. Im Anschluß daran ein Kommentar. Das Darmstädter Echo widmete dem Castor- Es gibt verschiedene Transportbehälter. Einige werden nur zum Transport von Brennelementen zur Wiederaufbereitung nach La Hague in Frankreich oder nach Sellafield in England benutzt. Andere werden mit Brennelementen gefüllt und dann in einem atomaren Zwischenlager jahrzehntelang zum Abklingen von Wärme und Strahlung stehen gelassen. Letztere sind die sogenannten Castor- Im Sommer 1994 wurde ein solcher Castor- Dies sind dann die Ergebnisse langjähriger Erprobung und Erfahrung, weswegen für die Bevölkerung wie immer keine Gründe zur Besorgnis bestehen. Harmlos? Hat man das Problem damit nicht gelöst? Kann man nicht froh sein, daß das Problem erkannt wurde? [3] Letzten Dienstag gab das Energieministerium Schleswig- Im Darmstädter Echo, wo ja zu lesen war, daß das Ganze absolut sicher ist, war darüber nichts zu lesen. Auch nicht, daß die letzten Falltests aus neun Metern Höhe für diesen Behältertyp vor 15 Jahren stattgefunden haben. Neuere Behälter ließ man vorsichtshalber nur noch mittels einer Computersimulation zu Boden fallen. Aber kommen wir auf die Tests zurück, wonach ein Sturz aus neun Metern Höhe und ein halbstündiger Brand mit 800 Grad Celsius kein Problem sein sollen. Die Castor- Die Stadt Frankfurt hat aus diesem Grund bei der Bahn durchgesetzt, daß keine Castor- Der von mir schon angesprochene Artikel von Detlef Rudel im Darmstädter Echo behauptet: Wer als Zuschauer einen 20 Stundenkilometer schnellen Castor-Transport in zehn Meter Entfernung an sich vorrüber rollen läßt, setzt sich einer Strahlendosis aus, die der natürlichen Strahlung in einer Viertelstunde entspricht. Diese künstliche Strahlung ist jedoch eine andere als die natürliche. Es sind andere chemische Elemente daran beteiligt. Es ist so, als wolle man die Gefährlichkeit von Klapperschlangen mit der von Klapperstörchen vergleichen. Der Vergleich sagt einfach gar nichts aus, außer daß uns da einige Leute für blöd verkaufen wollen. Am 5. November letzten Jahres fuhr nachts ein Castor-Transport durch Rheinland- Die Strahlenemission ist auch ein Grund dafür, daß zur Transportsicherung keine Polizistinnen eingesetzt werden. Miriam Schader fährt fort zu den beiden Blöcken A und B des Atomkraftwerks Biblis. |
Staatsschutz gegen NulltarifVor zwei Wochen wurden etwa 70 Fahrkartenautomaten im Rhein- Ohne Rechtsbelehrung wurden diese Schülerinnen und Schüler, zum Teil Minderjährige, befragt, ob sie wüßten, wer für die Schäumaktion verantwortlich sein könnte. Skandalös dabei ist, daß die befragenden Polizisten billigend in Kauf nahmen, daß diese Schülerinnen und Schüler ihre Rechte nicht kennen würden. Wer sich nämlich möglicherweise selbst belasten könnte, hat grundsätzlich das Recht, die Aussage zu verweigern. Wer von der Polizei befragt wird, hat dieses Recht auf jeden Fall, egal ob als Zeugin oder Beschuldigter. Als ich einen der Pressesprecher der darmstädter Polizei darauf ansprach, konnte oder wollte er zu diesem Vorfall nichts sagen. Das könnte aber auch daran liegen, daß die Ermittlungen vom Bundes- oder Landeskriminalamt an der darmstädter Polizei vorbei geführt werden. - Das Ganze hat eine Fortsetzung: Gestern Mittag prallte die Lokomotive eines Regionalzuges bei Pfungstadt gegen einen Baumstamm. Unbekannte sollen den rund dreieinhalb Meter langen und 60 Zentimeter dicken Baumstamm auf das Gleis der Rhein- Irgendwelche Hinweise darauf, daß Castor- Ralf Peters berichtet über die polizeilichen Maßnahmen gegen ihn: Festnahme, erkennungsdienstliche Behandlung, Schneiden der Fingernägel, Beschlagnahme der Kleidung und des Fahrzeugs. |
Die darmstädter CDU ist mit dabeiDie darmstädter CDU brachte zum Castor- Die Schülerdemo vom September letzten Jahres schlug hohe Wellen, zumindest im Darmstädter Echo und eben in der Stadtverordnetenversammlung. Allerdings fuhr an diesem Tag kein Castor durch Darmstadt, denn der Transport wurde kurzfristig verschoben. Aber auch an anderen Tagen wurde Bastian Ripper nicht dabei beobachtet, wie er Schülerinnen und Schüler gegen den Willen der Eltern auf die Gleise setzte. Diejenigen, die tatsächlich auf den Gleisen saßen und einzelne Transporte blockierten, taten dies freiwillig und bedurften keiner Anweisung, und schon gar nicht von Bastian Ripper. Von den Schülerinnen und Schülern der Justus- Ich sprach daher heute nachmittag mit Karin Wolff über diesen Vorwurf in ihrer Presseerklärung. Frau Wolff mußte zugeben, daß die Formulierung überspitzt war und es ihr an Genauigkeit mangelte. Ich denke, die darmstädter CDU wäre gut beraten, in ihrer politischen Auseinandersetzung sich nicht von Polemik fortreißen zu lassen. Eine Behauptung in die Welt zu setzen, die einfach nicht stimmt, finde ich allerdings schon peinlich. [5] |
SchlußZum Schluß berichtet Ralf Peters vom Eintreffen des Castor- |
| ANMERKUNGEN |
| [1] Anti-Castor-Bündnis / EA, Presseerklärung vom 22. März 1998 |
| [2] Detlef Rudel : Was Castor- |
| [3] Bürgerinitiative Lüchow- |
| [4] Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen im Landtag Rheinland-Pfalz vom 6. November 1997 |
[5] Gerade weil ich es so schätze, wenn eine Frau, die bald darauf CDU-Kultusministerin in Hessen werden sollte, von ihrem Parteibüro als vollkommen ahnungslos geoutet wird, folgt hier - als Zeitdokument - der Text der Pressemitteilung der CDU Darmstadt vom 18. März 1998 in der Originalfassung mit allen sachlichen und formalen Fehlern : CDU zu bevorstehenden Castor- "Ein deutliches Zeichen für rechtsstaatliches Handeln und gegen auswuchernde Gesinnungsrituale" fordert die Darmstädter CDU- Die CDU fordert die Bündnisgrünen auf, sich klar von allen illegalen Castor- |
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